Liberale vor Ort: Öffentlicher Nahverkehr

Freie Demokraten machen sich ein Bild von der aktuellen Situation des Bus- und Bahnverkehrs

Der Weingartener Bahnhof ist der Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr des Ortes und war Treffpunkt für den Vor-Ort-Termin der FDP Weingarten Anfang Mai. Zum Einstieg erläuterte Vorsitzende Carolin Holzmüller die aktuelle Situation für Bahnreisende in Weingarten: „Durch den Anschluss an die Bahnhöfe Karlsruhe und Bruchsal ist Weingarten ein guter Ausgangspunkt, dennoch gibt es noch Optimierungsbedarf um eine Bahnreise ab Weingarten attraktiv zu gestalten.“ So sind die Busverbindungen vom oder zum Ortskern nicht auf die Abfahrtzeiten der Bahnen abgestimmt. „Statt langer Wartezeiten am Bahnhof, wählen viele dann doch lieber das Auto.“, erläutert die Vorsitzende. Die zahlreichen Autos am Bahnhof seien ein Indiz dafür, dass die Fahrt zum Bahnhof per Bus für Bahnpendler unattraktiv ist. Klaus Holzmüller, Fraktionsvorsitzender der FDP im Gemeinderat, führt weiter aus, dass an der Haltestelle „Bahnhof Ost“, wo Reisende 20 Minuten auf den nächsten Bus warten müssen, auch kein Wartehäuschen als Schutz vor Regen vorhanden ist. Dies wird nun erst auf Vorschlag der FDP-Fraktion dort errichtet werden. Die Liberalen bekräftigen, damit Menschen auf das eigene Auto verzichten, bedarf es eines attraktiven Nahverkehrsangebots für die Weingartner Bürgerinnern und Bürger. Dies haben sie auch in einem Antrag an die Gemeindeverwaltung deutlich gemacht.

Auch die Bahnsteigverlängerung sorgte für Diskussion unter den Mitgliedern und Kandidaten der FDP. Zwar wurde durch die Verlängerung ein Hybridbahnsteig geschaffen, sodass bei verschiedenen Zugtypen ein barrierefreier Zustieg möglich ist, jedoch gibt es auch hier für die Praxis noch Verbesserungsmöglichkeiten. Am neuen Bereich gibt es beispielsweise leider keine Überdachung. „Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen oder Personen mit schwerem Gepäck sollte der barrierefreie Zustieg mit kurzer Wegstrecke verbunden sein“, sind sich die Liberalen einig. Daher fordern sie auch beim neuen, erhöhten Teil des Bahnsteigs eine Überdachung. Dass die Reisenden auch rechtzeitig erfahren, an welcher Stelle der barrierefreie Zustieg möglich ist, sollte es entsprechende Hinweise geben. Hierzu hat der FDP-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, deren Antwort die Weingartener FDP im Gemeinderat in die Beratung einbringen möchte.

Gemeinderätin Carolin Holzmüller verdeutlichte die Relevanz der Bahnsteigerhöhung für Weingarten. Bei einer Bahnsteighöhe von 76 cm über Schienenoberkante sei der barrierefreie Zustieg in die roten Bahnen der S-Bahn Rhein-Neckar möglich. „Gerade für Pendler sind Verbindungen ohne Umstieg oder lange Aufenthalte attraktiv.“, erläutert sie, „Daher ist es ein wichtiges Anliegen für Weingarten, dass die S-Bahn Rhein-Neckar öfter in Weingarten hält.“